PRESSEMITTEILUNG · NACHBERICHT
Volle Häuser und Jubel im Marmorsaal:
Mehrere hundert Besucherinnen und Besucher erlebten vom 7. bis 9. August die „Ouvertüre zur Offenbachiade“ – Staatssekretär Dr. Denis Alt verlieh den ersten „Grand Prix Jacques Offenbach“
Drei Tage lang war die UNESCO-Welterbestadt Bad Ems wieder das, was sie zu Offenbachs Zeiten war: eine Stadt, in der die Musik in jedem Saal zu Hause ist. Vom 7. bis 9. August feierten mehrere hundert Besucherinnen und Besucher die „Ouvertüre zur Offenbachiade“ – ein Festwochenende der Jacques-Offenbach-Gesellschaft Bad Ems e.V. und der Stadt Bad Ems im Rahmen des fünfjährigen Welterbe-Jubiläums, gefördert durch das Land Rheinland-Pfalz, die Leifheit Stiftung und die Apollonia von Ehr Stiftung. Alle Veranstaltungen waren sehr gut besucht, das Abschlusskonzert im Kurtheater ausverkauft.
Freitag: Eine lange Nacht im Kursaal-Gebäude
Freitag: Eine lange Nacht durch das ganze Kursaal-Gebäude
Den Auftakt bildete am Freitagabend die „Lange Nacht der Musik“, die das Publikum durch das gesamte historische Kursaal-Gebäude führte. Im Marmorsaal begann der Abend bei einem französischen Diner mit einer heiter-kritischen Opernparodie und dem berühmten „Trio Italien“, in dem Offenbach vorführt, dass er wie Verdi, Vivaldi oder gar Wagner komponieren konnte. Regie führte Annegret Ritzel, die musikalische Leitung lag bei Aco Bišćević am Klavier, der zugleich die Tenorpartie übernahm; Nicos Masourakis gab den eitlen Parvenü, Kassandra Dimopoulou eine rasante Einlage ganz im Sinne von Offenbachs selbstbewusstem Frauenbild. Danach öffneten sich die Saaltüren zum großen Theatersaal, wo die Lahn Sin(n)fonie unter Kay Gutjahr mit Can Can, Foxtrott und Samba schmissig zum Tanzen aufspielte – mit dem Tänzer Alberto Pagani als Solisten und Hazy Hartlieb als Moderator. In der Pause lud das Weingut Graf von Kanitz aus Nassau vor dem Kurhaus zur Weinprobe. Zum Ausklang öffnete sich der Balkon über der Lahn: In Liegestühlen mit Welterbe-Bezügen ließen die Gäste den Abend bei leichten Musical-Klängen bis Mitternacht ausklingen.
Samstag: Junge Stimmen
Samstag: Junge Stimmen
Der Samstag begann in der Historischen Brunnenhalle von Häcker’s Grand Hotel mit der Vorrunde des internationalen Gesangswettbewerbs „Grand Prix Jacques Offenbach“.
Samstag: Stargast im Gespräch
Samstag: Stargast im Gespräch
Am späten Nachmittag eröffneten die „Emser Gespräche“ ihre Reihe im Restaurant carls: Daniel Cohn-Bendit sprach anlässlich seines neuen Buches im Dialog mit dem Offenbach-Experten Dr. Peter Hawig über fünf Jahrzehnte Politik und über seine jüdische Herkunft – ein Thema, das ihn mit Offenbach verbindet. Auch Fragen zur aktuellen politischen Situation griff Cohn-Bendit auf und bereicherte das Gespräch mit seinen fundierten Einschätzungen, persönlichen Erfahrungen und pointierten Gedanken. Im Anschluss klang der Abend bei einem Menü auf der Terrasse aus.
Sonntag: Grandprix Preisverleihung
Sonntag: Preisverleihung
Den Höhepunkt setzte der Sonntag. Im Marmorsaal überreichte der neue Staatssekretär für Kultur, Dr. Denis Alt, die Preise des „Grand Prix Jacques Offenbach“ an drei Preisträgerinnen und Preisträger; den ersten Preis erhielt James Young. Gestiftet wurden die Preise von der Leifheit-Stiftung, Organisatorin des Wettbewerbs war Kassandra Dimopoulou. Anschließend stellte Dr. Peter Hawig das Vierjahresprojekt vor, mit dem die acht in Bad Ems entstandenen Offenbach-Werke – zum Teil verschollen – bis 2030 wieder auf die Originalbühne, den Marmorsaal, zurückkehren sollen. Ein Vorgeschmack auf die Offenbachiade der kommenden Jahre.
Sonntag: Uraufführung, umjubeltes Cellokonzert
Sonntag: Uraufführung und ein umjubeltes Cellokonzert
Das Abschlusskonzert im ausverkauften Kurtheater bestritt das Landesjugendorchester Rheinland-Pfalz unter der Leitung des international renommierten Dirigenten Michael Hofstetter. Es begann mit einer packenden Neukomposition von Richard van Schoor für Bläser und Schlagwerk. Zum kleinen Wunder des Abends geriet Offenbachs als unspielbar geltendes Cellokonzert mit dem Solisten Roger Morelló Ros: Der Beifall wollte kaum enden. Lange noch blieb das Publikum im Foyer beisammen. Den Schlusspunkt setzte die Filmvorführung „Offenbach in Bad Ems“.
„Was wir an diesem Wochenende erlebt haben, war mehr als ein schönes Fest: Bad Ems hat sich seinen Komponisten zurückgeholt. Wenn ein Landesjugendorchester Offenbachs Cellokonzert so spielt und ein volles Haus jubelt, dann wissen wir, dass dieser Weg richtig ist.“
Die „Ouvertüre zur Offenbachiade“ war der Auftakt: Von 2027 an soll die Offenbachiade als mehrjähriges Festival fortgeführt werden. Alle Informationen unter www.offenbachiade.de und www.jogems.de.
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