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160 Jahre Offenbachs Bouffes-Parisiens 25.09.2015

RÜCKSCHAU PRESSEECHO

"Große Momente aus einem kleinen Theater"

Vor 160 Jahrengründete Jacques Offenbach in der Pariser Passage Choiseul ... das kleine Theater der Bouffes-Parisiens. Dem "Gegen-den-Strom"-Festival im Zusammenschluss mit der Jacques-Offenbach-Gesellschaft Bad Ems gab dieses Jubiläum den Anstoß, Maître Jacques am Ort seines ... Wirkens ... mit einer von Peter Hawig zusammengestellten Hommage gebührend zu würdigen. Dass dieses Konzert mit Juliette Khalil (Sopran), Julian Alberto Henao Gonzalez (Tenor), Helmut Höllriegl (Bassbariton), Werner Lemberg (Klavier, musikalische Leitung), Peter Hawig (Moderation) beim Publikum im gut besuchten Saal eine Resonanz mit Anzeichen höchster Begeisterung finden würde, übertraf wohl alle Erwartungen.
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An den Notenpulten standen Solisten, die eine Menge Spiellaune auf die Bühne brachten. Dank Annegret Ritzels Feinarbeit in Körpersprache, Gestik, Mimik, schafften die Protagonisten nicht nur stimmlich eine frappierende Anverwandlung an die stetig wechselnden Figuren ihrer Szenen. Auch im konzertanten Bereich vermochten die szenischen Ausschnitte aus Stücken wie "Orpheus", "Seufzerbrücke", "Pepito", "Pomme d'Api", "Tulipatan", "Die Schäfer" oder auch "Coscoletto" ungetrübtes Vergnügen zu bereiten.
Juliette Khalil, die zurzeit als Klärchen im "Weißen Rößl" an der Wiener Volksoper auftritt, traf den spritzigen Offenbachton vorzüglich. Sie entzückte als Eurydike im "Orpheus" und betörte mit ihrer großen, schönen Stimme und bezaubernd leichten Koloraturen in Duetten und Terzetten. Der in Barockopern und Operetten am Schlosstheater Schönbrunn mitwirkende Julian Alberto Henao Gonzalez führte seinen lyrischen Tenor leicht und locker zu temperamentvollen Höhepunkten. Das Enten-Couplet aus "Die Insel Tulipatan" ... brachte seine komödiantische Begabung zutage. Die Duette aus "Seufzerbrücke" und "Die Schäfer" machten aus Gonzalez und Khalil ein Offenbach'sches Traumpaar.
Helmut Höllriegl brachte mit seinem sonoren, ebenso voluminösen wie variablen Bassbariton sowohl ein buffoneskes Couplet aus "Pomme d'Api" als auch eine dunkel-tragische Arie aus "Coscoletto" zu Gehör. Terzette wurden zu musikalischen Freudenfesten wie das "Trinklied" aus "Pepito". Die Musikpersiflage des "Salon Pitzelberger" à la italienische Tragödie wird man rasanter, frecher, auch musikalisch geistreicher wie an diesem Abend nicht gehört haben.
Dass die Sänger live singen konnten, war dem kongenialen Pianisten Werner Lemberg zu verdanken. Er setzte in seinem abendfüllenden Tastenmarathon souverän nicht nur jede Szene begleitend in Szene, sondern brillierte auch solistisch mit "Coscoletto"-Ouvertüre, Ballettmusik, Vorspielen aus dem großen Repertoire des kleinen Théâtre des Bouffes-Parisiens.
(Karl Haxel, in: Rhein-Lahn-Zeitung, 28. September 2015)

160 Jahre Offenbachs Bouffes-Parisiens 25.09.2015

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Jacques-Offenbach-Tage 14.-16. Juni 2013


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"Offenbachs Geist erwacht kühn und keck"
... Trotz konzertanter Fassung von Offenbachs einaktiger Operette "Der Bankier und der Schuhflicker" zeigten sich die fünf jungen Sänger dabei äußerst spielfreudig mit viel mimischem Gespür für die kecke kompositorische Kunst und den buffonesken Charme der Partitur. Ganz zu schweigen von dem stimmlichen Talent, mit dem die Studierenden agierten und die Zuschauer im altehrwürdigen Marmorsaal kühn mitrissen.
Allen voran trug Juliette Khalil mit ihrem auffallend schönen und klaren Sopran den parodistischen Ton des Komponisten zündend in die gut besetzten Zuschauerreihen, zeigte selbst in einer höchst wortakrobatisch vertonten Arie noch jede Menge ironisch-erheiternde Ausdruckskraft. Aber auch in den Stimmen der anderen jungen Sänger, die Christoph Huber am Klavier begleitete, sprühte, mit großer Akkuratesse vorgetragen, in Couplets, in flotten Terzetten und reizenden Duetten viel spöttisch-witzelnder Geist mit ...
(Bernd-Christoph Matern, in: Rhein-Lahn-Zeitung, 17. Juni 2013)

"Offenbach erlebt in Bad Ems sensationelles Revival"
... Dass ein gestrandetes Festival wie das Offenbach'sche in Bad Ems, wo Jacques Offenbach wirkte und Vorpremieren seiner Stücke präsentierte, ein Revival erlebt, ist sicher dem positiven Zusammenwirken vieler, aber auch dem Wagemut einzelner zu verdanken. ... Dank Annegret Ritzel geschah dies mit mehr als einer Handbreit Wasser unterm Kiel. Die gebürtige Emserin und langjährige Intendantin des Koblenzer Theaters präsentierte mit von ihr unterrichteten Studenten von der Privatuniversität Wiener Konservatorium ein dreitägiges kleines Offenbach-Revival mit ausgesuchten Raritäten. ...
Niemand konnte ahnen, wie und in welchem Umfang Ritzel die szenische aufführung des "Carnaval des Revues", eines parodistischen Kommentars Offenbachs auf das Pariser Geschehen von 1859, inszenierte. Man mag es als sensationell ansehen, ungewöhnlich auf jeden Fall, wie radikal sie alles mit einbezog, was mit einer Aufführung zu tun hat: den Raum samt Perspektiven, Sichtachsen und sich bietenden Funktionen sowie das Publikum. Genauer: Ritzel verabschiedet sich von der verkrusteten Sitzordnung des Vis-à-vis: Die Besucher verfolgten die Karnevalsrevue aus fünf unterschiedlichen Positionen in verschiedenen Räumen, die Akteure wechselten ebenso oft den Ort.
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Mit überschießendem Elan und höchster Präsenz agiere und sang die junge Truppe in ständig wechselnden Rollen und in den fantasievollen Kostümen von Gera Graf ...
... Unvergesslich bleiben wird der Auftritt der ausrangierten Stimmgabel (Juliette Khalil). In den Schlussjubel eingeschlossen war der musikalische Leiter Christoph Huber, der an drei Flügeln in drei Räumen schier Übermenschliches leistete. ...
(Karl Haxel, in: Rhein-Lahn-Zeitung, 19. Juni 2013)

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